Ressourcenschonung

Ressourcen-Einmaleins

Der Volkswagen Konzern hat sich zum Ziel gesetzt, alle Fahrzeuge so zu entwickeln, dass sie ganzheitlich bessere Umwelteigenschaften über den gesamten Lebenszyklus aufweisen als ihre Vorgänger.

In der Produktion will das Unternehmen je produziertem Fahrzeug die fünf wesentlichen Umweltkennzahlen Energie- und Wasserverbrauch, Abfälle zur Beseitigung sowie CO2– und VOC-Emissionen bis 2025 im Vergleich zu 2010 um 45 Prozent verringern. Der Konzern hat im Mittelwert dieser fünf Kennzahlen im Jahr 2016 25,3 Prozent Umweltentlastung in der Produktion im Bereich PKW und leichte Nutzfahrzeuge erreicht.

In der Ausstellung visualisiert das Exponat „Ressourcen-Orgel“ auf ungewöhnliche Weise die fünf Elemente Bunt- und Leichtmetalle, Stahl, Wasser und CO2.

Ressourcen-Orgel
Ressourcen-Orgel
Die Herstellung eines Pkw verbraucht große Rohstoffmengen. Im Fahrzeug werden Bunt- und Leichtmetalle sowie Stahl verbaut, bei der Produktion viele Liter Wasser verwendet und CO2 vor allem in der Nutzung ausgestoßen. Der Besucher kann die Verbräuche von den drei Fahrzeugtypen Elektroauto, Kompaktwagen und SUV, die sich in Größe, Ausstattung und Antriebsart voneinander unterscheiden, miteinander vergleichen. Und entdeckt Überraschendes.

Leichtmetalle wirken positiv aufs Gewicht

Der Karosserie-Leichtbau ist ein Schwerpunkt in der Fahrzeugentwicklung. Aluminium ist dabei der wichtigste Werkstoff, weil das Metall leicht und gleichzeitig fest ist. Allerdings ist die Gewinnung und Verarbeitung von Aluminium aufwändig und energieintensiv. Vom Rohstoff über die einzelnen Verarbeitungsstufen bis zu seiner Verwendung werden pro Kilogramm Aluminium zehn Kilogramm CO2 freigesetzt. Zum Vergleich: Bei Stahl sind es nur zwei Kilogramm CO2. Wird ein Bauteil durch die Verwendung von Aluminium aber mindestens 40 Prozent leichter, spart ein Fahrzeug in seinem Lebenszyklus trotzdem Kraftstoff und damit CO2-Emissionen.

Volkswagen hat im Dezember 2016 einen Pilotvertrag zur direkten Rückführung von Aluminiumschrotten zum Lieferanten und dem Wiedereinsatz im Fahrzeug unterzeichnet. Mit der Umsetzung des Aluminium Closed Loop Projekts entsteht 2017 erstmals ein geschlossener Kreislauf für Aluminium über die Unternehmensgrenzen hinaus.

Universalgenie Stahl

Stahl ist der Basiswerkstoff beim Fahrzeugbau. Gut 60 Prozent eines Pkw bestehen aus dem vielseitigen Material. Stahl ist mechanisch und thermisch extrem belastbar und lässt sich beliebig oft und ohne Qualitätsverlust wiederverwerten. Außerdem entstehen bei der Herstellung von einem Kilogramm Stahl nur zwei Kilogramm CO2-Emissionen; bei Aluminium sind es zehn Kilogramm CO2. Seit es Automobile gibt, wird Stahl bei der Produktion verwendet. Rohstoffproduzenten haben das Material stetig verbessert und mit ihren Innovationen zum Stahlleichtbau beigetragen.

Buntmetalle werden wichtiger

Immer mehr Fahrzeuge sind mit vielen Extras ausgestattet. Dafür werden Buntmetalle gebraucht – wertvolle Rohstoffe, die auf der Welt ausreichend vorkommen. In der Autoindustrie wird vor allem Kupfer eingesetzt. Das Material ist extrem leitfähig und besitzt deshalb eine hohe Effizienz. Es ist außerdem ohne Qualitätsverlust recyclebar. Eine große Menge des mineralischen Rohstoffs ist in Elektroautos verbaut.

NGOs kritisieren den Abbau der Ressource. Die Förderung sei oft nicht sozialverträglich und belaste die Umwelt. Experten fordern deshalb von den Regierungen und Unternehmen, soziale und ökologische Standards zu beachten und in ihre Prozesse einzubinden.

Wasser ist wertvoll

Der Wasserverbrauch eines Fahrzeugs bezieht sich auf den gesamten Lebenszyklus. Dabei ist nicht nur entscheidend, wie viel Wasser verbraucht wird, sondern auch, wo. In den Bewertungen wird deshalb außerdem berücksichtigt, ob in der Region Wasserknappheit herrscht.

Durchschnittlich verbraucht ein Pkw insgesamt 400.000 Liter. Die Menge hängt im Wesentlichen nicht von der Fahrt durch die Waschanlage ab: Gut 95 Prozent des gesamten Verbrauchs entstehen in der frühen Produktions- und Nutzungsphase sowie bei der Bereitstellung von Kraftstoff. Diesem werden etwa Biokraftstoffe wie Ethanol beigemischt, für die Zuckerrohr oder Weizen angebaut werden müssen.

Der Volkswagen Konzern passt die Wassernutzung den regional verschiedenen Wasserressourcen weltweit an. Gleichzeitig unterstützt das Unternehmen vielfältige Projekte, in denen der Schutz oder der Aufbau von Wasservorkommen ein wichtiger oder sogar der zentrale Bestandteil ist.

CO2-Emissionen verringern

Das klimaschädliche Kohlendioxid (CO2) trägt maßgeblich zur Erderwärmung bei. Es entsteht zu 95 Prozent bei Verbrennungsprozessen. Während seiner Lebensdauer erzeugt ein Auto rund 75 Prozent seiner gesamten CO2-Emissionen beim Fahren; der Rest entsteht bei der Herstellung und Verwertung.

Den besten CO2-Wert erreichen Elektrofahrzeuge. Zwar entstehen in der Herstellung mehr CO2-Emissionen, sie werden aber in der Nutzungsphase schnell kompensiert. Die Ökobilanz verbessert sich erheblich, wenn das Elektroauto mit grünem Strom betankt wird. Dann lassen sich die CO2-Emissionen im Lebenszyklus eines E-Mobils nahezu halbieren.

Umweltmanagement bei Volkswagen
Nachhaltigkeitsbericht 2016

Lieferkette
15.000 Schritte – ein Ziel
Die Volkswagen-Lieferketten sind lang, komplex und verschlungen. Zwischen dem Rohstoffabbau und dem Einbau fertiger Komponenten in den Fahrzeugen liegen etwa 15.000 Stationen – weltweit.