Krise und Kulturwandel

Mit erheblichem Aufwand

30. September 2017
Illustrationen: Shutterstock

Die Volkswagen AG hat 2015 die US-Kanzlei Jones Day mit einer „External Investigation“ beauftragt, um Vorgänge und Verantwortlichkeiten im Zusammenhang mit dem Dieselskandal  aufzuklären. Auch die Interne Revision hat Untersuchungen angestellt und ihre Erkenntnisse an die externen Juristen übergeben. Im Januar 2017 schloss der Konzern mit dem US-amerikanischen Justizministerium einen Vergleich, der mit der Veröffentlichung eines „Statement of Facts“ einherging. Mit dem Wirksamwerden des Vergleichs war der ursprüngliche Auftrag von Jones Day erfüllt. Vor dem Hintergrund weltweit laufender Verfahren gegen das Unternehmen wird die Sachverhaltsaufklärung jedoch fortgesetzt, begleitet von einer Reihe weiterer Kanzleien. Eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft unterstützt die Teams operativ.

Zahlenuniversum

Für die Aufklärung der Dieselkrise werden enorm viele Daten erhoben – von der internen Revision und externen Spezialisten. Wichtige Zahlen und Fakten im Überblick.

550 Terabyte

Daten wurden circa im Zuge der Untersuchung der US-Kanzlei Jones Day sichergestellt. Das ist eine der größten Datenmengen, die in der Wirtschaftsgeschichte je gesammelt worden sind.

700

und mehr Interviews führte die Kanzlei Jones Day insgesamt mit Beschäftigten des Volkswagen Konzerns im In- und Ausland.

800

Von circa so vielen Personen  wurden Daten in Deutschland und den USA für die Jones-Day- Untersuchung gesichert

9.200

Datenträger wie Server, Computer oder Mobiltelefone umfassten diese Sicherungen.

500

und mehr interne und externe Experten, darunter Rechtsanwälte und Techniker, waren schon in die Untersuchung eingebunden.

Die Aufarbeitung der Vorgänge läuft weiter. Das wird uns auch im nächsten Jahr beschäftigen.
Hans Dieter Pötsch, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Volkswagen AG

Wie sichtet man große Datenmengen?

1. Weniger ist mehr

In einem ersten Schritt filtern Experten relevante Informationen mithilfe von Suchbegriffen heraus. Zusätzlich wählen sie gezielt bestimmte Personen, Organisationseinheiten oder Zeiträume aus.

2. Die Guten ins Töpfchen

Ein größeres Team prüft die erschlossenen Daten auf ihre tatsächliche Bedeutung. Die sogenannten Reviewer markieren die relevanten Dokumente.

3. Vom Teufel im Detail

Ein kleineres Spezialteam prüft anschließend die als relevant gekennzeichneten Dokumente. Wird eine gewisse Anzahl relevanter Dokumente erreicht, können die weiteren Daten auch mithilfe von Algorithmen ausgewertet werden

4. Puzzle zusammenfügen

Die Spezialisten versuchen, die Hintergründe der ermittelten Vorgänge aufzuhellen – indem sie zum Beispiel Personen zur Erstellung von Dokumenten befragen.

Audiobänke
Hören Sie mit!
Besucherinnen und Besucher können auf Bänken Platz nehmen und Gesprächen über fünf kontroverse Themen zuhören, die auch den Volkswagen Konzern beschäftigen.
Krise und Kulturwandel
Zwei Jahre später
Das Datum hat sich in das kollektive Gedächtnis des Konzerns eingeschrieben: Am 18. September 2015 wurde die Dieselkrise offenbar. Stationen...