Mobilität der Zukunft

Fluch der Vielfalt

30. September 2017
Text: Dr. Stefan Schmerbeck
Illustrationen: Ole Häntzschel

Die Zukunft der Mobilität ist offen. Noch ist schwer vorherzusagen, welche Antriebstechnologien sich wann durchsetzen werden. Automobilhersteller forschen und entwickeln deshalb parallel – mit entsprechend großem Aufwand. Fakten, Herausforderungen und Szenarien für nachhaltige individuelle Mobilität im Überblick: Elektromobilität, Verbrennungsmotoren, Erdgas- und Wasserstoffantrieb.

E-Mobilität im Aufschwung

Elektroantriebe versprechen lokal emissionsfreie Mobilität. Dazu kann der Strom für Ladestationen in privaten Garagen am Stadtrand von der Photovoltaik-Anlage auf dem Dach kommen. Mitarbeiter oder Kunden können Fahrzeuge teils schon auf dem Betriebsgelände großer Firmen laden. Und auch Kommunen bauen die Infrastruktur in den Innenstädten aus: Wo möglich, werden Tiefgaragen und Parkhäuser mit Ladestationen ausgestattet, Laternen erhalten Steckdosen. Der deutsche Staat fördert den Kauf von Elektroautos mit Prämien und Steuererleichterungen. Bundesweit sollen bis 2020 zudem 15.000 neue Ladestationen aus EU-Fördergeldern finanziert werden, davon rund 5.000 für schnelles Laden. Die Automobilhersteller errichten weitere Schnellladestationen. Allerdings: Häufiges Turbo-Laden schadet der Batterie.

0 g CO2/km (lokal) 0 g NOx /km*
1–12 Std. Laden oder 20 min für 80 % Kapazität Schnellladen
3 - 20 € für 100 km Kraftstoffkosten**
200–600 km maximale Reichweite
Ausbau der Infrastruktur erforderlich
zu wenige Ladepunkte
Ressourcen und Energieverbrauch für Batterieherstellung
Investitionen in Batteriezellenforschung

* Zero Emission Vehicle nach CARB-Standard ** abhängig von der Ladeleistung

Die mit (i) gekennzeichneten Werte stellen keine Angaben zu konkreten oder geplanten Fahrzeugmodellen des Volkswagen Konzerns dar. Es handelt sich dabei um abstrakte gerundete Werte bzw. Schätzwerte auf heutigem Stand der Technik.

Sparsame Benziner und Diesel

Verbrenner, vor allem Diesel, stehen mehr denn je unter dem Generalverdacht, Luftverschmutzer und Klimasünder zu sein. Der politische Druck steigt: Kurzfristig planen Kommunen Einfahrbeschränkungen, mittel- bis langfristig diskutieren Regierungen die Abkehr vom Verbrenner. Aber selbst wenn in weniger als zehn Jahren jedes vierte neue Fahrzeug rein elektrisch unterwegs ist, fährt die Mehrzahl der Fahrzeuge auf den Straßen immer noch mit Benzin oder Diesel. Verbrenner sind beliebt, nicht nur bei Vielfahrern, die die hohen Reichweiten schätzen. Die Infrastruktur funktioniert flächendeckend und über Ländergrenzen hinweg. Und die Effizienz der Motoren steigt mit jeder Generation. Synthetische Flüssigkraftstoffe auf der Basis regenerativ erzeugter Energie werden einen wesentlichen Beitrag zur Energiewende leisten.

120 g CO2/km* 60–80 mg NOx /km**
2 min Volltanken
7–9 €/100 km Kraftstoffkosten
500–1.000 km maximale Reichweite
Verkehrswende
Einfahrrestriktionen in Städten
Fossiler Brennstoff
Effizienzgewinne und CO2-neutrale Kraftstoffe

* europäischer Grenzwert ** europäische Grenzwerte

Die mit (i) gekennzeichneten Werte stellen keine Angaben zu konkreten oder geplanten Fahrzeugmodellen des Volkswagen Konzerns dar. Es handelt sich dabei um abstrakte gerundete Werte bzw. Schätzwerte auf heutigem Stand der Technik.

Sauberer mit Erdgas

Unter den Verbrennern sind Antriebe mit CNG (Compressed Natural Gas) am saubersten – und profitieren von einer reduzierten Energiesteuer. Allerdings ist das Tankstellennetz in ländlichen Regionen noch nicht engmaschig genug. Der Volkswagen Konzern, Betreiber von CNG-Tankstellen und Gasnetzanbieter wollen das gemeinsam ändern und die Zahl der Stationen bis 2025 auf 2.000 ausbauen. Auf längeren Reisen über Ländergrenzen hinweg können bivalente Modelle auch mit Benzin getankt werden. Für viele Verbraucher ist jedoch der Preisvergleich mit anderen Kraftstoffen kompliziert. Während die Technologie vielen Privatkunden noch unbekannt ist, setzen immer mehr Kommunen nach und nach auf Erdgas-Flotten für den öffentlichen Nahverkehr.

CO2 bis zu 20 % weniger* nur geringe NOx-Emissionen
5 min Volltanken
unter 7 € für 100 km Krafstoffkosten
400–600 km maximale Reichweite
europaweiter Ausbau erforderlich
Vorbehalte gegen CNG-Tanks
Brückentechnologie
Beimischung von Methan aus erneuerbaren Quellen

* als vergleichbare Modelle mit Benzin- oder Dieselantrieb

Die mit (i) gekennzeichneten Werte stellen keine Angaben zu konkreten oder geplanten Fahrzeugmodellen des Volkswagen Konzerns dar. Es handelt sich dabei um abstrakte gerundete Werte bzw. Schätzwerte auf heutigem Stand der Technik.

Chance Wasserstoff

Wasserstoff ist eine weitere Komponente für ein zukunftsorientiertes Antriebsportfolio. Regenerativ erzeugt, verursacht er weder CO2– noch NOx-Emissionen. Wasserstoff gilt als integraler Bestandteil der Energiewende, weil zum Beispiel überschüssiger Windstrom in dieser Form gespeichert und anschließend weiterverwendet werden kann. Hohe Reichweiten und schnelles Tanken machen den Antrieb grundsätzlich attraktiv für elektrische Langstreckenmobilität. Allerdings fehlt die nötige Tankstellen-Infrastruktur: In Deutschland sind bis 2023 zwar 400 Stationen in Planung, für eine flächendeckende Versorgung würden 3.000 benötigt. In Großstädten könnten die Flotten von Mobilitätsdienstleistern, Taxis, Busse oder Reinigungsfahrzeuge trotz weniger Tankstellen mit Wasserstoff unterwegs sein – und Emissionen sparen.

0 g CO2/km* - 0 g NOx/km**
3 min Volltanken
7–9 € für 100 km Kraftstoffkosten
500–700 km maximale Reichweite
Ausbau erforderlich
zu wenige Tankstellen
Kosten pro Fahrzeug und Infrastruktur
Brennstoffzellenforschung

* mit regenerativ erzeugtem Wasserstoff ** Zero Emission Vehicle nach CARB-Standard

Die mit (i) gekennzeichneten Werte stellen keine Angaben zu konkreten oder geplanten Fahrzeugmodellen des Volkswagen Konzerns dar. Es handelt sich dabei um abstrakte gerundete Werte bzw. Schätzwerte auf heutigem Stand der Technik.

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