Lieferkette

Karosserie: Bauxit und die Recycling Quote

Aluminium macht Fahrzeugkarosserien leichter, spart dadurch Treibstoff – und lässt sich auch selbst gut recyceln.

Abbau von Bauxit

Bauxit enthält bis zu 25 Prozent Aluminium und ist momentan das einzige Erz, das für die kommerzielle Herstellung von Aluminium abgebaut wird. Es kommt vor allem rund um den Äquator vor, in ein paar Metern Tiefe, unter Steinen und Lehm, die abgebaggert werden müssen. Der Abbau und die Weiterverarbeitung verändern die Landschaft, haben Einfluss auf die Artenvielfalt und die Wasserqualität und können zu Bodenerosion führen. Um die Umweltbelastung möglichst gering zu halten, lassen die abbauenden Unternehmen die abgeholzte Vegetation gleich nach dem Bauxit-Abbau wieder anpflanzen. Volkswagen hat seine direkten Lieferanten auf Nachhaltigkeitsstandards etwa beim Umweltschutz verpflichtet und arbeitet daran, diese Standards bis zum letzten Glied seiner Lieferkette durchzusetzen.

Aluminiumhütte

Um aus Bauxit reines, sogenanntes „Primär-Aluminium“ zu gewinnen, muss das Bauxit eingeschmolzen und das Aluminium von den anderen Bestandteilen getrennt werden. Dieser chemische Vorgang heißt „Schmelzfluss-Elektrolyse“. Das flüssige Aluminium wird in Trögen aufgefangen und abgesaugt.

Walzwerk

Aluminium hat eine relativ geringe Dichte von 2,7 Gramm pro Kubikzentimeter und lässt sich deshalb leicht bearbeiten. Legierungen mit Magnesium oder Silizium verleihen ihm außerdem eine hohe Festigkeit – auch darum eignet es sich gut für Karosserien. Die gewalzten Bleche sowie Bauteile, die zum Beispiel Audi von seinen Zulieferern bezieht, sind um etwa 40 Prozent leichter als Bleche aus Stahl. Dadurch wird das Fahrzeug insgesamt leichter – und der Kraftstoffverbrauch sinkt. Faustregel: Wenn ein Fahrzeug mit Otto-Motor 100 Kilo „abnimmt“, verbraucht es auf 100 Kilometer 0,32 Liter weniger Kraftstoff.

Herausforderung und Lösungsansatz

Herausforderung

Hoher Energieverbrauch
Vom Bauxit bis zu den fertigen Bauteilen verbraucht die Aluminiumherstellung eine Menge Energie: Pro Kilogramm Aluminium muss man etwa 15 Kilowattstunden Energie einsetzen. Ein Fahrzeug aus dem Volkswagen-Konzern enthält im Durchschnitt 140 Kilogramm Aluminium. Wenn diese 140 Kilo komplett aus Primär-Aluminium bestünden, ergäbe sich für die Herstellung ein Energieaufwand von 2.100 Kilowattstunden. Damit kann man ein Smartphone fast 700.000-mal aufladen, eine Energiesparlampe über 21 Jahre lang leuchten lassen – und einen e-Golf auf eine Reise schicken, die länger ist als der Weg von Lissabon nach Wladiwostok.

Lösung

Hohe Recycling-Quote
Sortierten Aluminium-Schrott kann man theoretisch unendlich oft recyceln – und verbraucht dabei in der Herstellung 95 Prozent weniger Energie als für Primär-Aluminium. Deshalb arbeitet Volkswagen in Kooperation mit seinen Lieferanten daran, die Aluminiumschrotte aus den eigenen Presswerken separat zu sammeln und im Kreislauf zu führen. So werden die CO2-Emissionen, die bei der Herstellung entstehen, reduziert. Auch in den Aluminiumgießereien des Konzerns werden zum großen Teil Sekundärrohstoffe verwendet – in der Gießerei in Kassel etwa sind es schon 100 Prozent. Audi ist zudem seit 2013 Mitglied der internationalen „Aluminium Stewardship Initiative“, die sich der verantwortungsvollen Produktion von Aluminium verschrieben und Mindeststandards definiert hat – über die gesamte Lieferkette, vom Bauxit-Abbau über die Walzwerke bis zum Bauteil.

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Die Herstellung eines Pkw verbraucht große Rohstoffmengen. Im Fahrzeug werden Bunt- und Leichtmetalle sowie Stahl verbaut, bei der Produktion viele Liter Wasser verwendet und CO2 vor allem in der Nutzung ausgestoßen. Der Besucher kann die Verbräuche von den drei Fahrzeugtypen Elektroauto, Kompaktwagen und SUV, die sich in Größe, Ausstattung und Antriebsart voneinander unterscheiden, miteinander vergleichen. Und entdeckt Überraschendes.