Dekarbonisierung

„Alles Ausreden“

30. September 2017
Autorin: Margo T. Oge
Porträt: Uli Knörzer

Margo T. Oge über den positiven Effekt von Regulierungen.

Margo T. Oge, Jahrgang 1949, ist Mitglied des Nachhaltigkeitsbeirats von Volkswagen. Sie war Direktorin des Office of Transportation and Air Quality der U.S. Environmental Protection Agency (EPA).

Frau Oge, sparsame Flottenkunden treiben die Lkw-Hersteller zu Effizienz – warum fordern Sie eine gesetzliche Regulierung?

Ein Drittel der verkehrsbedingten CO₂-Emissionen stammt von Lastwagen. Wir wissen, dass in solchen Fällen Marktkräfte allein nicht genügen. Daher haben die Vordenker der Branche einen Weg gefunden, Regulierung in einen Wettbewerbsvorteil umzuwandeln. Ich zitiere hier Tom Linebarger, den CEO von Cummins: „Die Standards der Umweltschutzbehörde in den USA haben uns geholfen, Innovationen zu entwickeln, dem Wettbewerb einen Schritt voraus zu sein und in Überseemärkten zu wachsen.“*

Der europäische Markt für Nutzfahrzeuge ist kompliziert, es gibt viele verschiedene Typen von Lastwagen und viele verschiedene Unternehmen, die am finalen Produkt beteiligt sind.

Alles Ausreden. Warum soll, was in den USA, China und Japan gilt, nicht auch in Europa funktionieren? Auch im Pkw- Bereich haben sich die Hersteller lange gegen Vorgaben gewehrt. Ich glaube, dass Regulierungen ein Schlüsselfaktor für die Revolution waren, die wir heute im Automobilsektor sehen.

* Cummins ist ein US-Hersteller von Motoren und Generatoren. Zitiert in: Oge, Margo. „Driving the Future: Combating Climate Change with Clean, Smart Vehicles,“ 2015, New York, NY: Arcade Press.

Dekarbonisierung
Klima-Laster
Bis 2050 soll der Gütertransport weitgehend klimaneutral abgewickelt werden. Nutzfahrzeuge werden zwar immer sparsamer – gleichzeitig wächst die Zahl der Lkw auf Europas Straßen.